Am 28. August 2015 waren zwei eher zufällige Sätze der Beginn meiner Blogreise. Also heißt es heute: 10 Jahre bloggen! Wohoo!
Leider gibt es diese ersten rudimentären Anfänge nicht mehr, doch ich erinnere mich noch lebhaft an diesen Tag, als mir eine Bekannte die Möglichkeiten eines Blogs zeigte und wir gemeinsam meine Webseite aufsetzten.
Leinenprodukte waren zu diesem Zeitpunkt eher eine vage Idee, als ein Plan, doch ich wusste, dass ich über verschiedene Themen schreiben wollte. Facebook, was zu dieser Zeit DIE Plattform war, reichte mir schon lange nicht mehr. Und MEHR war genau, was ich wollte.
Doch von Anfang an:
Shop hier, Blogmöglichkeiten dort – aber alles nicht richtig passend
2015: mein Shop existiert bei Dawanda – einer Plattform ähnlich wie Etsy, aber für den deutschsprachigen Raum. Es ist die Zeit des Handmade-Hypes, und jede versucht sich darin. Oft mehr schlecht als recht und so finden sich zwischen vielen kurzlebigen „Bastelmuttis“ einige kleine Perlen, die sich ein ernstzunehmendes Geschäft aufbauen wollen, entsprechende Qualität herstellen und ihre Nische und Kunden suchen.
Gar nicht so leicht auf einer Plattform, auf der es zugeht, wie im Ameisenhaufen und auch Kundinnen ihre Mühe haben, die richtigen Anbieter zu finden.
Hinzu kommt, dass die Suchmaschinen zwar die Plattform als solche finden, aber „Bastelbiene 65“ nun wirklich kein relevantes Suchwort ist und ein solcher Shop natürlich bei Google und Co. nicht zu finden ist.
Ich weiß da schon, dass meine Tage als x-ter Handmade-Shop mit Textilien bei Dawanda gezählt sind und suche schon länger nach einer Alternative. Du musst Texte schreiben, damit dich die Suchmaschine finden kann, höre und lese ich immer wieder. Ja gern, doch wo?
Das Internet und seine Möglichkeiten sind da für mich noch nicht so selbstverständlich und mit vielen Unwägbarkeiten gespickt. Wie ängstlich ich da noch war!
Ich erstelle mir also einen Account bei Blogger, der Blogplattform von Google und wenig später bei Jimdo, nur um festzustellen, dass mich das jetzt nicht viel weiterbringt und mit zwei verschiedenen Orten, an denen meine Angebote liegen, leider auch alles andere als einfach zu händeln ist.

Eine Lösung muss her und die zu finden ist schwieriger als gedacht
Zum Glück bin ich ganz gut vernetzt. Es ist die gute Zeit der Facebook-Gruppen, als es noch um echten Austausch und gegenseitige Unterstützung geht. Allerdings kursiert da auch jede Menge gefährliches Halbwissen. Jeder hat irgendwo schon mal irgendwas gehört und gibt Tipps und Ratschläge. Da das passende rauszufiltern und die wertvollen Infos von den Fake-News zu trennen, ist ein Fulltime-Job. Ich verbringe ganze Arbeitstage vor Facebook und habe ständig x Tabs offen, um alles zu recherchieren, was mir an Infos über den Weg läuft.
Irgendwann macht mir allerdings eine Bekannte aus einer sehr kleinen Gruppe ein Angebot: Ich könnte von ihr lernen, wie man mit WordPress eine eigene Webseite aufsetzt, einen Shop integriert und welche Vorteile es hat, wenn man eigener Herr im Haus ist und nicht auf externe Plattformen angewiesen ist.
Ich überlege nur kurz und buche einen Flug nach Salzburg! Die Angebote meiner Webdesignerin Mareike oder meiner Blogmentorin Judith gibt’s da noch nicht. Das ganze Thema Online-Business steckt noch sehr in den Kinderschuhen und der Zugang zu diesem Wissen scheint gut bewacht von ein paar Herren, die sich ganz nerdmäßig die Nächte am Computer um die Ohren schlagen und ihr Wissen nicht sehr bereitwillig teilen.
Die ersten Schritte als Inhaberin einer eigenen Webseite
Da sitze ich nun am 28. August 2015 in einem Salzburger Wohnzimmer und mache meine ersten Schritte als Bloggerin. Ich habe eine eigene Adresse im Internet! Hier kann ich tun und lassen, was ich will, solange es im rechtlichen Rahmen bleibt.
Mein erster Blogartikel lautet in etwa so: „Hallo Welt, hier bin ich! Salzburg soll ja ganz reizvoll sein, aber bisher hab ich noch nichts von der Stadt gesehen, außer den Flughafen.“ Ich hab ihn später gelöscht, ohne ihn mir zu sichern, was ich heute bedaure.
Auch die Domain, also meine eigene Internetadresse, ändert sich noch ein paar Mal, bis ich endlich mit DEIN Leinen meine Marke und damit meinen Namen endgültig finde. Danke Andrea! Doch die ersten Schritte gehe ich am 28.08.2015 und seitdem schreibe ich hauptsächlich über Wohnen und Einrichten und seit Ende 2015 über Leinentextilien und meine Reise als Inhaberin dieser Seite.
Diese Möglichkeiten! Ich kann Aussehen und Themen eigenständig bestimmen, bin an kein Korsett irgendeiner Plattform gebunden und erschreibe mir so langsam aber sicher eine kleine, aber treue Leserschaft.
Im Blog kann ich dich mitnehmen hinter die Kulissen, kann dir zeigen, wie ich arbeite und wie die Wohntextilien entstehen. Ich kann dir Inspirationen liefern und Dekoideen, kann meine Gedanken über Vorzüge und auch manche Nachteile dieser oder jenen Idee schreiben und dir meine Idee des Trendlos Einrichtens erklären. Kurz, ich bin Herrin über meine Themen und das gefällt mir ausgesprochen gut!
Ohne diesen 28. August, das steht fest, wäre ich nicht so weit gekommen. Rückblickend bin ich sehr stolz auf meine Entscheidung von vor 10 Jahren und deshalb werde ich mir heute Abend ein kleines Gläschen Prickelwasser gönnen.

Wenn schon neu, dann richtig!
Mit der eigenen WordPress-Webseite gibt’s auch die unkomplizierte Möglichkeit des eigenen Shops, abseits von Dawanda. Die Plattform befindet sich da sowieso schon auf dem absteigenden Ast und mein Ausflug zu Etsy ist auch nicht sehr befriedigend.
Ich erstelle mir einen eigenen WooCommerce-Shop und in diesem kaufst du bis heute ein. Ein weiterer riesiger Meilenstein ist die Entscheidung, mich voll und ganz auf Wohntextilien aus reinem Leinen zu fokussieren, um mich von den vielen anderen Anbietern da draußen abzuheben.
Zu dieser Zeit fristet Leinen ein noch sehr unterschätztes Dasein und wird im deutschsprachigen Raum eher als Überbleibsel aus Urgroßmutters Zeiten, denn als nachhaltiges, lässiges Material für Wohntextilien angesehen.
Ich habe also eine Mission, denn meine Erkenntnisse reichen da schon weiter. Ich sehe das Potenzial und lege mich fest.
Es dauert dann trotzdem noch bis März 2016, bevor meine erste Kollektion an den Start geht. Und immer begleite ich diesen Weg mit meinen Blogartikeln. Zweifel und Angst wische ich beiseite. Ich ziehe durch. Die Entwicklung schreitet voran, wenn anfangs auch langsam. Es dauert, bis ich meinen wahren Markenkern finde.
Alte (Getreide-)Säcke und Handtaschen aus Leinen und Leder lasse ich ebenso hinter mir, wie Druckmotive und viele handgefärbte Leinenfarben. Die Geschichte von DEIN Leinen habe ich in diesem Blogartikel schon einmal beschrieben.
Blogartikel – meine Art Tagebuch zu führen
Wenn ich mir alte Blogartikel durchlese, dann ist das immer ein bisschen auch eine Zeitreise. Ich kann meine Entwicklung nachvollziehen und erinnere mich wieder an Dinge, die ich schon längst vergessen hatte. Also fast eine Art Tagebuch.
Nicht selten fließen dabei neben rein beruflichen Themen auch persönliche Themen mit ein. Ich habe vor einiger Zeit einen Blogartikel über meine liebsten Blogartikel geschrieben, doch ein paar persönliche Lieblinge habe ich auch.
Lies gern mal rein und erzähl doch mal, wie lange du hier schon dabei bist. Erinnerst du dich noch an die „alten Säcke“?



4 Gedanken zu „Mein Blog hat Geburtstag: 10 Jahre Artikel um Wohnen und Einrichten und Blicke hinter die Kulissen“
Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!
Ich hab deine Seite erst heute durch das Glücksrad entdeckt. Leinen, wie schön! Im Sommer mein absoluter Lieblings-Bekleidungsstoff. Und als Wohntextilien bestimmt super.
Ich vergesse immer meinen Bloggeburtstag, weil meine Selbstständigkeit in zwei Etappen startete. Schnell mal nachgerechnet, mein Blog ist gerade erst ca. fünfeinhalb Jahre alt …
Vielen Dank für deinen Kommentar, Birgit!
Ich hätte den Bloggeburtstag auch fast vergessen, wenn nicht Judith ebenfalls dieses Jahr einen gehabt UND gefeiert hätte! 😉
Viele Grüße Irina
Ach, wie spannend! So interessant zu lesen, was sich in einer Dekade alles tun kann. Ich nehme mir ein Beispiel an Dir! 🙂
Herzlichen Glückwunsch zum Blog Geburtstag.
Vielen Dank für die Glückwünsche, Johanna! Wie schön, wenn ich dich ermutigen kann, dranzubleiben. Happy blogging. Irina